Liebe Interessierte am Forschungsprojekt Connecting Memories,
vielen Dank für Ihr Interesse an ConnectingMemories, einer transnationalen Erinnerungsgemeinschaft zum Thema NS-Zwangsarbeit in Niederösterreich, die sich derzeit in Entwicklung befindet. Mit unserem Newsletter wollen wir Sie über Entwicklungen im Projekt informieren, aber auch über konkrete Möglichkeiten zum Projekt beizutragen sowie über bevorstehende Veranstaltungen und Berichte!
„I hope I can provide some information to help with [others’] quest of forced labour camps.” (Geoff Ware, descendant scientist, UK)
Erinnerung lebt vom Austausch – und vom gemeinsamen Engagement. In den vergangenen Wochen hat das Projekt Connecting Memories vielfältige Einblicke in Erinnerungen zu Zwangsarbeit gewonnen, neue Kooperationen aufgebaut und persönliche Begegnungen begleitet.
Am 9. März 2026 hat die Präsentation des Buches „Mit Zeitzeugen auf Spurensuche – Nach verschiedenen Lagern im Bezirk Lilienfeld im 2. Weltkrieg“ stattgefunden. Die Autoren Michael Pirker, Johann Schweiger und Alfred Streicher haben damit rund 80 Jahre nach Kriegsende eine umfassende Dokumentation zu NS-Lagern im Bezirk vorgelegt. Das Werk eröffnet neue Perspektiven auf das Schicksal von Kriegs- und KZ-Gefangenen sowie Zwangsarbeiter*innen, die das wirtschaftliche und soziale Leben der Region wesentlich mitgeprägt haben. Auf der Grundlage von lokalem Bildmaterial und eindringlichen Zeitzeugeninterviews erzählt diese Publikation bisher unbekannte Geschichten und verdeutlicht, wie wichtig engagierte Forschung aus der Gesellschaft heraus ist – und welchen Beitrag sie zur Erweiterung historischer Erkenntnisse leisten kann.
Am 15. März 2026 präsentierten Merle Bieber und Karin Böhm das Projekt Connecting Memories beim NÖ Museumstag im Rahmen des „1. Forums Bürger*innenforschung Niederösterreich“ in Kooperation mit dem Forschungsverbund first. An Thementischen wurden Erfahrungen ausgetauscht, Kontakte geknüpft und neue Impulse gesammelt. Die engagierte Museums-Community Niederösterreichs trug wertvolle Informationen und Tipps zum Projekt bei, und es kam zu regem Austausch und Vernetzung. Die Gespräche zeigen nicht nur das große Interesse an partizipativer Geschichtsarbeit, sondern auch den hohen Stellenwert der Zusammenarbeit für das Projekt.
Anfang April hatten wir die Gelegenheit für den persönlichen Austausch mit einem Nachkommen: Geoff Ware, dessen Vater britischer Kriegsgefangener während des Zweiten Weltkriegs war, kam Anfang April 2026 gemeinsam mit seiner Frau Pat und Freunden nach Krems. Nach dem Besuch der Geschichtswerkstatt im museumkrems, für die er ein Foto beigetragen hatte, folgte ein Rundgang am Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag XVII B in Krems-Gneixendorf. Dabei wurde er vom Connecting-Memories-Team Edith Blaschitz, Eva Mayr und Karin Böhm begleitet. Geoff Ware plant eine weitere Reise nach Österreich, um auch Pottenbrunn zu besuchen, wo sein Vater Zwangsarbeit leisten musste: “I’ll definitely come back.” Eindrücke von diesem Besuch finden Sie auf unserer Facebook-Seite https://www.facebook.com/connectingmemories.at/.
Das Projekt ConnectingMemories baut seine Netzwerke weiter aus: Bei einem Treffen mit Alexander Schatek, Initiator des Online-Archivs Topothek, und Koordinator Markus Fürst wurde eine Kooperation vereinbart, die die Suche nach historischen Quellen entscheidend stärken wird. Die Plattform Topothek ist seit Jahren eine zentrale Anlaufstelle für die Sicherung lokalen Kulturerbes. Durch die Zusammenarbeit wird es künftig noch besser möglich sein, Fotos, Dokumente und Erinnerungen aus Privatbesitz zu erschließen. Gerade diese persönlichen Quellen sind von unschätzbarem Wert: Sie erweitern unser Wissen über Zwangsarbeit und machen Geschichte greifbar. Deshalb lädt das Projekt alle Interessierten ein, sich zu beteiligen – sei es durch das Teilen von Materialien oder durch aktive Mitarbeit als Citizen Scientist.
Wie kann ich derzeit mitarbeiten?
In den unterschiedlichen Phasen des Projektes Connecting Memories wird es viele verschiedene Möglichkeiten geben, sich einzubringen. Im Newsletter wollen wir daher über aktuelle Möglichkeiten zur Zusammenarbeit informieren – wir freuen uns aber jederzeit über Ihre Ideen und Ihren Input – kontaktieren Sie uns gerne unter connectingmemories@donau-uni.ac.at
Aktuell arbeiten wir intensiv an der zukünftigen Plattform, unter anderem in Kooperation mit einigen Citizen Scientists aus Leobersdorf. Vielen Dank an alle, die unseren Fragebogen zu ihren Interessen und Bedürfnissen ausgefüllt haben!
Ab dem Herbst können dann auch Sie aktiv werden und Ihre Erinnerungen und Beiträge teilen.
Bitte merken Sie sich daher schon den folgenden Kick-Off-Termin vor:
SAVE THE DATE, 14. Oktober 2026, 18 Uhr in Krems (+ Übertragung via Zoom)
Aktuelle Veranstaltungen & Medienberichte
Das Projekt plant regelmäßige Veranstaltungen mit Vorträgen, Austauschmöglichkeiten und Exkursionen (on- und offline).
Medien haben bereits über unser Projekt berichtet, Artikel sind in den letzten beiden Monaten im Bezirksblatt, in der Wiener Zeitung und im Standard erschienen.
Wenn Sie mit uns persönlich in Kontakt treten wollen, laden wir Sie zu folgende Veranstaltung ein:
Am 27. Mai 2026 wird Kinga Frojimovics das Projekt Connecting Memories im Rahmen der 27. Internationalen Konferenz „From the Past to the Present“ in Debrecen vertreten. In ihrem Vortrag zur Deportation aus Debrecen thematisiert sie unter anderem das Schicksal jener Jüdinnen und Juden, die aus Debrecen in Zwangsarbeitslager in Niederösterreich deportiert wurden. Die Konferenz wird von der Universität Debrecen und der Jüdischen Gemeinde Debrecen organisiert.
SAVE THE DATE: 14. Oktober 2026, 18 Uhr in Krems (+ Übertragung via Zoom)
Es grüßt Sie herzlich das Team von Connecting Memories!




