
Als Citizen Science Projekt kooperiert Connecting Memories mit zahlreichen lokalen Initiativen, Vereinen und motivierten Einzelpersonen. Einen davon möchten wir Ihnen heute näher vorstellen:
Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten leistet der Verein für Heimatforschung Grafenwörth unter der Leitung seines Obmanns Friedrich Ploiner einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung und Bewahrung der Regionalgeschichte. Aus einer Initiative des damaligen Bürgermeisters Alfred Riedl hervorgegangen, hat der Verein ein umfangreiches historisches Archiv aufgebaut, das heute tausende Fotografien, Dokumente und Erinnerungsstücke zur Geschichte der Marktgemeinde Grafenwörth umfasst. Ziel der Vereinsarbeit ist es, lokale Geschichte zu dokumentieren und für kommende Generationen zu bewahren – „Damit nichts vergessen wird“.
Die Forschungsaktivitäten des Vereins reichen von der Orts- und Vereinsgeschichte über die Dokumentation historischer Bauwerke und Wallfahrtsorte bis hin zu Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Auch zu Kriegsgefangenenschaft und Zwangsarbeiten finden sich im Archiv des Vereins zahlreiche Fotografien, Listen, Verwaltungsakten und Korrespondenzen aus den Jahren 1940 bis 1945, die den Einsatz französischer, belgischer, italienischer sowie weiterer Kriegsgefangener und ziviler Zwangsarbeiter:innen in Grafenwörth, Seebarn, Jettsdorf und St. Johann dokumentieren. Die Bestände umfassen unter anderem Namenslisten, Arbeits- und Lohnunterlagen, Unterbringungsnachweise sowie Fotografien aus dem Arbeitsalltag der Betroffenen.
Der direkte Zugang zu lokalen Quellen aus der NS-Zeit macht Friedrich Ploiner und den Verein für Heimatforschung Grafenwörth zu wertvollen Kooperationspartnern für das Citizen-Science-Projekt Connecting Memories. Die vorhandenen Archivalien bieten wichtige Anknüpfungspunkte für die Erforschung regionaler Zwangsarbeit, die Identifizierung von Einsatzorten sowie die Rekonstruktion individueller Lebensgeschichten von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter:innen. Darüber hinaus verfügt der Verein über ein breites Netzwerk an Zeitzeug:innen, Familienarchiven und lokalhistorisch interessierten Bürger:innen.
Für Connecting Memories stellt der Verein damit einen zentralen Ansprechpartner im Raum Grafenwörth dar, der ganz im Sinne des Projektes wissenschaftliche Forschung, ehrenamtliches Engagement und lokale Erinnerungskultur verbindet. Die Zusammenarbeit eröffnet die Möglichkeit, bislang unbekannte Quellen sichtbar zu machen, internationale Nachkommenforschung zu unterstützen und die Geschichte von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter:innen gemeinsam mit der Bevölkerung nachhaltig aufzuarbeiten.
