Liebe Interessierte am Forschungsprojekt Connecting Memories,
Connecting Memories steht ein wichtiger nächster Schritt bevor: Am 14. Oktober möchten wir erstmals in Krems mit unseren lokalen Citizen Scientists zusammenkommen und gemeinsam in die Forschungsarbeit starten. (Details)
Gleichzeitig wächst unser Netzwerk weiter – auf lokaler ebenso wie auf internationaler Ebene. Mit unserem Newsletter wollen wir Sie über Entwicklungen im Projekt informieren, aber auch über konkrete Möglichkeiten zum Projekt beizutragen sowie über bevorstehende Veranstaltungen und Berichte!
„I’ve conducted research on my two grandfathers. […] The problem is, where to start, where to find the first information.” (Giovanni Alfarano, Nachkomme, Citizen Scientist, Italien)
Erinnerung lebt vom Austausch – und vom gemeinsamen Engagement. In den vergangenen Wochen hat das Projekt Connecting Memories wieder vielfältige Einblicke in Erinnerungen zu Zwangsarbeit gewonnen, neue Kooperationen aufgebaut und persönliche Begegnungen begleitet.
Seit 20 Jahren widmet sich der Verein für Heimatforschung Grafenwörth unter dem Motto „Damit nichts vergessen wird“ der Erforschung der lokalen Geschichte und hat seit seiner Gründung 2006 ein umfangreiches Archiv aufgebaut. Beim Jubiläum am 13. Mai mit Heimatforscher:innen aus der Region sprach Historikerin Edith Blaschitz (Universität für Weiterbildung Krems, Co-Leiterin von Connecting Memories) über NS-Zwangsarbeit in Grafenwörth und Umgebung, wo unter anderem Kriegsgefangene aus dem Stalag XVII B in Landwirtschaft und Weinbau eingesetzt waren. Der Verein und sein Obmann Friedrich Ploiner sind wichtige Partner von Connecting Memories – ebenso wie viele andere lokale Initiativen in Niederösterreich: Ihr Wissen, ihr Archiv und ihre Vernetzung vor Ort helfen dabei, lokale Forschung, wissenschaftliche Expertise und die Recherchen von Nachkommen zusammenzuführen und so verstreute Informationen zu verbinden und Lebensgeschichten zu rekonstruieren.
Am 27. und 28. Mai 2026 trafen sich in Debrecen Vertreter:innen ungarischsprachiger jüdischer Gemeinden aus Ungarn und den Nachbarländern zur Konferenz „Von der Vergangenheit zur Gegenwart“. Neben Kinga Frojimovics aus unserem Projektteam nahmen aus Österreich auch Irene Suchy und Bernhard Blank, die zur Geschichte des Durchgangslagers Strasshof forschen, teil. Kinga stellte jene Lager und Einsatzorte in Wien und Niederösterreich vor, an die 1944/45 Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto Debrecen zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Für unser Projekt ist dieser Austausch besonders wertvoll, weil sich so Erinnerungen aus den Herkunftsorten der Deportierten mit lokalen Forschungen zu ihren Einsatzorten in Österreich verbinden lassen.
Ein weiteres wichtiges lokales Treffen mit Nachkommen von Zwangsarbeiter:innen und der lokalen Bevölkerung gab es in den letzten Monaten in St. Veit an der Gölsen. Alexander Schatek und Markus Fürst, unsere Kooperationspartner der Topothek, haben Connecting Memories bei einem Treffen der Topothek-Archivarinnen und Archivare im Juni vorgestellt und zur Mitarbeit eingeladen.
Im Juni fand ein Treffen mit einer kleinen Kerngruppe von lokalen und internationalen Citizen Scientists statt, in dem Erfahrungen ausgetauscht wurden und über Anforderungen für die Forschung im digitalen Raum diskutiert wurde. Dieses Wissen setzen wir derzeit in der Entwicklung der Connecting Memories Plattform um und sind dafür auch mit der Lokalinitiative NS Zwangsarbeit Leobersdorf in engem Erfahrungsaustausch.
Wie kann ich derzeit mitarbeiten?
Am 14. Oktober 2026 um 18:30 Uhr findet am Campus Krems das erste Treffen für interessierte lokale Citizen Scientists von Connecting Memories statt. Eingeladen sind alle, die sich für die Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Niederösterreich interessieren und sich mit Wissen, Recherchen, Erinnerungen oder eigenen Fragen einbringen möchten.
Ort: Universität für Weiterbildung Krems, Campus Krems
Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, 3500 Krems an der Donau
Raum L.2.33 (Trakt L, 2. Stock – Zugang Süd, oder beim Infopoint, mit Aufzug erreichbar)

Anreise & Parken:
- Anreise mit Bahn, Bus und Auto: https://www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/campus-krems/anreise.html
- Campusplan: https://www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/campus-krems/campusplan.html
Was erwartet Sie? Nach einer kurzen Projektvorstellung steht der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt: An Thementischen zeigen Citizen Scientists aus verschiedenen Orten in Niederösterreich, wie vielfältig Beteiligung aussehen kann, von lokaler Forschung und Archivrecherche bis zur Suche nach einzelnen Personen und ihren Lebensgeschichten. Beim anschließenden Ausklang bleibt Zeit, Kontakte zu knüpfen und erste Ideen weiterzuentwickeln. Kommen Sie vorbei und helfen Sie mit, verstreute Spuren zu NS-Zwangsarbeit zusammenzuführen!
Citizen Science kann bei Connecting Memories ganz unterschiedlich aussehen. Schon ein Hinweis auf eine Person, ein bislang unbekanntes Foto, ein Dokument aus Familienbesitz oder eine überlieferte Erinnerung kann ein wichtiger Ausgangspunkt für weitere Forschungen sein. Andere möchten vielleicht tiefer einsteigen: lokale Quellen auswerten, in Archiven recherchieren, Familiengeschichten nachgehen oder dabei helfen, Informationen zu einzelnen Orten und Personen zusammenzutragen. Ziel ist es, diese unterschiedlichen Formen des Wissens miteinander zu verbinden.
Vielleicht gibt es auch in Ihrer Familie, Ihrer Gemeinde oder Ihrem lokalen Archiv bislang unbeachtete Spuren von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter:innen. Gerade private Fotografien, Briefe, Dokumente und Erinnerungen können unser Wissen über die Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Niederösterreich wesentlich erweitern.
Machen Sie mit! Um uns die Planung zu erleichtern, bitten wir um eine Anmeldung via connectingmemories@donau-uni.ac.at
Sie können nicht nach Krems kommen, wollen aber dennoch mitarbeiten? Das nächste Citizen Science Meeting wird online stattfinden, merken Sie sich den Termin gerne vor:
SAVE THE DATE: Donnerstag 28.1.2027, 18 Uhr (via Zoom, Englisch mit Übersetzung)
Aktuelle Veranstaltungen & Medienberichte
Das Projekt plant regelmäßige Veranstaltungen mit Vorträgen, Austauschmöglichkeiten und Exkursionen (on- und offline).
Das Team von Connecting Memories wird das Projekt bei der „Digital History“ Konferenz in Salzburg (1.10.2026), der Tagung „Zeitgeschichte in NÖ“ im Landesarchiv NÖ in St. Pölten (26.11.2026) und am Fachbereich „Public History“ der Universität Wien (1.12.2026) präsentieren.
Es grüßt Sie herzlich das Team von Connecting Memories!
